Griechengasse 9,  
Fleischmarkt 11, 
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Der liebe Augustin
   

Eng verbunden mit der Geschichte des Griechenbeisls ist aber auch eine Gestalt, die uns zwar nur durch die Sage bekannt ist, dennoch aber eindrucksvoll die Geschichte ihrer Zeit repräsentiert.:

Er tritt gegen Ende  des  17. Jahrhunderts ins Licht der Geschichte, ein Dudelsackbläser, oder wie es damals hieß, ein Sackpfeifer und Bänkelsänger mit Namen Augustin, der  hier des Abends seine Runden durch die Schenken zog und die Anwesenden mit Spiel, Gesang und oftmals auch recht derben Scherzen unterhalten haben soll. Diese revanchierten sich mit gerne mit einem oder mehreren Bechern Wein, und so war es dann nicht selten der Fall, dass nach durchzechter Nacht der eine oder andere dieser lustigen Gesellen den Heinweg nicht mehr fand und seinen Rausch in einem ruhigen Winkel der Stadt ausschlief. Die Sage berichtet nun, dass auch Augustin eines Nachts so betrunken war, dass er sich ganz einfach mitten auf der Straße zur Ruhe legte. Nun wütete zu dieser Zeit, im Jahre 1679, in Wien wieder einmal eine heftige Pestepidemie und die sogenannten Pestknechte waren Tag und Nacht mit ihren Karren unterwegs, um die Toten, wo immer man sie fand, aufzusammeln. Und sie fanden auch Augustin, in beinahe komatösem Rausch liegend, legten ihn auf den Karren und brachten ihn vor die Stadt, wo die Toten in eilig ausgehobenen großen Gruben bestattet wurden. Dort landete nun also auch Augustin, der vermeintliche Pesttote und schlief in der Grube seinen Rausch aus. Als die Fuhrleute aber des Morgens wieder mit ihrer grausigen Fracht hinausfuhren, staunten sie nicht schlecht, als ihnen aus einer der Gruben ein munteres Liedlein entgegenschallte: es war Augustin, der aus dem Schlafe erwacht, ungeachtet der misslichen Umstände fröhlich vor sich hin pfiff, dadurch auf sich aufmerksam machte und von den Pestknechten wieder aus der Grube gezogen wurde. Geschadet soll ihm das Abenteuer übrigens nicht haben, man sprach davon, dass es wohl der viele Alkohol in seinem Blut war, der ihn vor der Ansteckung schützte.

Ein uns heute noch gut bekanntes Lied, das angeblich erstmals im Griechenbeisl vorgetragen wurde, soll an ihn und sein Schicksal  erinnern:  

                                                                                              Elfriede Hanelore Huber

 
Oh du lieber Augustin, Augustin, Augustin,

oh, du lieber Augustin, alles ist hin.

Geld ist hin, s’Mensch  ist hin,

oh, du lieber Augustin, alles ist hin. Rock ist weg, Stock ist weg,

Augustin liegt im Dreck,

oh, du lieber …

Und selbst das reiche Wien, hin ist‘s wie Augustin,

Weint mit mir im gleichen Sinn, alles ist hin.

Jeder Tag war ein Fest, jetzt haben wir die Pest!

Nur ein großes Leichennest, das ist der Rest.

Augustin, Augustin, leg nur ins Grab dich hin!

Oh, du lieber Augustin, alles ist hin!