Griechengasse 9,  
Fleischmarkt 11, 
A - 1010 Wien
Tel.: +43 -1-5331977
office@griechenbeisl.at   


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Öffnungszeiten:
 

täglich 11:00 - 01:00 Uhr
Warme Küche:
täglich 11:30 - 23:30 Uhr
kein Ruhetag
 
 
 

 

Geschichte

 

An der Ecke von Fleischmarkt und Griechengasse liegt das pittoreske Gebäude, dessen Erdgeschoß das “Reichenberger Griechenbeisl“ beherbergt und das gemeinhin als eines der ältesten Gebäude Wiens gilt.
Dem Verlauf der historischen Parzellengrenzen folgend, unterbricht der Fleischmarkt hier, wo das „Griechenbeisl“ steht, seinen geraden Straßenverlauf, schwingt sich in leichtem Bogen hin zur Einmündung der Griechengasse und bietet so das ansprechende Ambiente, das diesen Platz so reizvoll macht – hier befindet sich auch  im Sommer unser romantischer Gastgarten.
Urkundlich erwähnt wird das Haus erstmals 1350, da gehört es dem ritterlichen Bürger Lienhart Poll, einem sehr bedeutenden und vermögenden Wiener Bürger. Das nächste Mal berichten uns die Quellen im Jahre 1385, als das damals offenbar bereits recht repräsentative Gebäude an das Kloster Lilienfeld verkauft wird.
1550 erfährt das Haus dann einen umfangreichen Um- und teilweisen Neubau, in dem auch der im Hof des Hauses heute noch klar erkennbare Wohnturm in den gesamten Komplex mit einbezogen worden sein dürfte.
Dieser Turm hat möglicherweise in seinem unteren Bereich als Warenlager eines der schon seit dem späten Mittelalter nachgewiesenen levantinischen Händler in diesem Viertel gedient, im oberen Teil ist er wohl auch damals schon zu Wohnzwecken genutzt worden. Durch die Verwechslung mit dem zur Stadtmauer gehörenden „Hafnerturm“ wird er fälschlicherweise oft  als Turm der mittelalterlichen Stadtbefestigung angesprochen, was er allerdings niemals war. Ebenso liegt  auch das gesamte Gebäude nicht auf der mittelalterlichen Stadtmauer, wie oftmals behauptet wird, sondern ist ein unter Einbeziehung verschiedener Objekte im Laufe der Jahrhunderte in den Strukturen der Stadtentwicklung gewachsenes Ganzes geworden.
Die tiefen und verwinkelten Keller unter dem Haus zeigen eindrucksvoll die Spuren dieser Um-, Ein- und Anbauten.  Der älteste Bereich liegt an der unteren Griechengasse; dort kann man auch heute noch an der Decke eine vermauerte rechteckige Öffnung erkennen; möglicherweise ist man von dort über eine Treppe nach unten gelangt. Ein direkter Zugang von außen also, der zur Zeit des öffentlichen Weinausschanks sicher auch den Gästen den Besuch des Kellers erleichtert hat.
Eine solche gewerbliche und namentlich bekannte Schenke lässt sich nun für das „Griechenbeisl“ - Haus im Mittelalter noch nicht nachweisen. Eine saisonale Weinausschank im Keller, wie sie für das mittelalterliche Wien oftmals beschrieben wird, verbunden mit geselligem Beisammensein bei Speis und Trank, hat hier allerdings sicher stattgefunden und darf wohl als Keimzelle der heutigen Gaststätte gelten.
Nachgewiesen ist die gewerbliche  Ausschank  dort erstmals unter dem Namen „Zum gelben Adler“. Im 17. und 18. Jahrhundert heißt sie dann „Zum goldenen Engel“ und „Zum roten Dachl“, bis sich nach der Mitte des 19. Jahrhunderts endgültig der Name „Griechenbeisl“ durchsetzte, oft auch „Reichenberger Griechenbeisl“. Beides ist ein Hinweis auf die Beliebtheit des Lokals sowohl bei den levantinischen und griechischen Händlern, die ab dem 17. Jahrhundert in großer Zahl nach Wien strömten und sich hier  rund um den  Fleischmarkt niederließen, wie auch die Tuchhändler aus dem böhmischen Reichenberg, die sich ebenfalls gerne hier zusammenfanden. 

                                                                                     Elfriede Hannelore Huber

 

 

  

Bilder zur Bauhistorischen Untersuchung: